Vesteralen | Whalewatching

Vesteralen – Lofoten 2016 | Whalewatching & Arctic Surf

Auch dieses Jahr zog es uns wieder im Winter hoch in den Norden auf die Lofoten in Norwegen. Da wir jetzt schon zum 3. Mal dort waren beschlossen wir, zum einen etwas länger zu bleiben und zum anderen auch die Vesteralen zu besuchen.

Doris, Michael, Dominik, Evi und ich starteten am 29.1. um 9:10 Uhr in München über Kopenhagen, Oslo nach Narvik. Dort holten wir um 17:30 unsere Leihwagen ab und machten uns dann auf die 4 stündige Autofahrt nach Bleik auf den Vesteralen. Dort angekommen bezogen wir unser gemütliches Quartier auf dem Midnattsol Camping – Platz und am ersten Tag erkundeten wir gleich den Strand, der keine 200m von unserem Quartier losgeht. Von dort aus hat man auch einen traumhaften Blick auf den markanten Vogelfelsen – wenn es das Wetter zu lässt.

Ja das Wetter – das ist da oben so eine Sache – ein Lofote, den wir am Strand trafen sagte zu uns: “Wenn das Wetter schlecht ist, warte fünf Minuten und es wird noch schlechter!” Nun ja, er hatte recht, ich würde es aber noch um den Spruch ergänzen: Fahr einfach 5 Kilometer weiter und es ist wieder ganz anders. Wir hatten alles, von Schnee, Schneeregen, Hagel, Regen, Wind, Sturm und SONNE! Es war ein Mix aus allem und das im 5 Minutentakt. Zuhause, hätten mich bei so einem Wetter wahrscheinlich keine 10 Pferde nach draussen gebracht, aber dort oben ist sogar das schlechte Wetter schön!

Eine der häufigsten Fragen, die mir gestellt wurde, wenn ich erzählt habe, ich fahre im Winter nach Norwegen, war: ist es da nicht eiskalt? Nein ist es nicht. Das liegt daran, dass die Lofoten durch ihre Lage noch vom Golfstrom profitieren und so die Temperaturen eigentlich beständig um die Null Grad (+-4) pendeln. So hat das Wasser auch konstant so um die 8 Grad. Nur der Wind kann die gefühlte Temperatur auf -10 Grad sinken lassen. Das kann man aber mit der richtigen Kleidung kompensieren. Ich hatte eine gefütterte Outdoor Hose, meine Skiunterwäsche, T-Shirt, einen leichten Pulli, eine Primaloftjacke und darüber meine Goretex-Snowboardjacke an. Damit war das Thema Kälte erledigt. Sehr froh war ich auch über meine Wanderstiefel, da diese sehr wasserdicht sind und ich beim Fotografieren am Strand des öfteren mit der 7. Welle Bekanntschaft gemacht habe… Das einzige, wo es mich gefroren hat, wenn wir die ganze Nacht draussen verbrachten, waren die Zehen.
Hier traf es sich sehr gut, daß ich vor unserer Reise auf der ISPO – der Münchner SPORTMESSE – die Bekanntschaft mit den Zehenwärmern von Thermopad gemacht habe. Thermopad war so freundlich und gab mir welche zum Testen mit. Anfangs war ich skeptisch, ob diese etwas taugen? Aber als ich dann mit denen die ganze Nacht draussen stand und auf der Jagd nach den Nordlichtern war, war ich sehr froh darum. Sie erfüllen Ihren Zweck und ich hatte warme Füsse. Schade nur, daß ich nur 3 Paar dabei hatte; das waren zu wenig…
Die Handhabung ist sehr einfach, Packung aufreissen und unter die Zehen an die Socken – nicht auf die HAUT – kleben und die nächsten Stunden bleibt alles wohlig warm. Sie stören auch kaum beim gehen. Die Klebefläche hält auch gut, meine Wärmer verrutschten nicht und beim Ausziehen hafteten sie noch genau da, wo ich sie festgeklebt habe. Der Hersteller verspricht 6 Stunden Wärme, ich hatte sie längstens so um die 7 Stunden in Gebrauch und sie waren danach immer noch leicht warm. Allerdings haben sie auch einen Nachteil: Sie sind nur einmal verwendbar. Für wiederverwendbare müsste man dann vielleicht auf welche mit Batterie zurückgreifen. Wie sie sich verhalten, wenn man eine lange Wanderung macht, kann ich nicht beurteilen, da ich sie dabei nicht benutzt hatte. Man spürt doch leicht, das man etwas unter den Zehen hat, hier wären vielleicht dann die Sohlenwärmer sinnvoller. Diese decken den ganzen Fußsohlenbereich ab. Aber da uns bei den Wanderungen sowieso warm genug wurde, waren sie hier auch nicht unbedingt nötig. Als Fazit kann ich sagen, daß sie für lange kalte Nächte beim Fotografieren top sind und auch die knappen 2 Euro pro Paar wert sind.

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Am 2. Tag starteten wir nach Andenes zu dem Highlight unserer Tour: Walsafari mit Lofoten-Opplevelser. Wir trafen uns um 9:00 Uhr im Andrikken Hotel in Andenes, bekamen dort eine kurze Einführung, was uns erwartet und zogen dort unsere Nässeschutzklamotten an. Dann ging es ab zum Hafen in die Schlauchboote. Wir hatten zuerst schon etwas Angst, das wir nichts sehen würden. Die Gruppe vom Vortag hatte wegen des Wetters leider Pech. Und bei uns war das Wetter leider auch nicht viel besser. Wir hatten ziemlichen Seegang im Wechsel von Schnee und starkem Wind. So mussten wir ca. 1 1/2 Stunden den Fjord absuchen, bis endlich die Meldung per Funk kam, wir sollten zurück Richtung Hafen, dort wurden Orcas und Buckelwale gesichtet.

Und endlich bekamen wir sie auch zu Gesicht. Ein unbeschreibliches Erlebnis, plötzlich quirlte es im Wasser nur so, hunderte Möwen schossen im Sturzflug auf die Wasseroberfläche und dazwischen sah man immer wieder die Flossen der Orcas und Buckelwale. Sie trieben einen riesigen Heringsschwarm zusammen und machten mit ihm kurzen Prozess. Wenn man diese Tiere nur aus dem Fernsehen kennt, kann man sich gar nicht vorstellen, wie majestätisch sie in Wirklichkeit sind. Ich kann dieses Erlebnis eigentlich gar nicht in Worte fassen, da jede Beschreibung nur halbwegs unser Glück beschreiben kann. Da war zum Beispiel ein kleiner Orca, der noch nicht so den rechten Plan hatte, er streckte immer wieder seinen Kopf aus dem Wasser, um zu sehen, was los ist und seine “Jagdtechnik” war auch noch nicht ganz ausgereift. Die Orcas schlagen die Heringe unter Wasser mit ihrer Schwanzflosse K.O., um sie dann zu fressen. Der Kleine schlug etwas unbeholfen auf die Wasseroberfläche ein. Zu Süss!!!

DSCN2526Am 3. Tag waren wir noch einmal auf Safari und diesmal bekamen Dominik und ich Trockenanzüge und es hieß, ab zum Schnorcheln mit den Orcas! Diesmal fanden wir sie viel schneller und bald waren wir zum ersten mal mit Ihnen im Wasser. Schade war leider nur, dass aufgrund der stürmischen See das Wasser sehr aufgewirbelt war und die Sicht dementsprechend schlecht. Dominik meinte irgendwann mal, der Orca könnte fünf Meter weg, Macarena tanzen und wir würden es nicht sehen… Aber das Glück war uns hold und auf einmal sah ich im Augenwinkel etwas weiß-schwarzes und ein Orca schwamm keine 3 Meter gemütlich an mir vorbei, bevor er wieder in der Tiefe verschwand. Unbeschreiblich!!!

IMG_0136Natürlich versuchten wir an beiden Tagen auch zu fotografieren, was sich als gar nicht so einfach erwies, hier brauche ich auf jeden Fall noch etwas mehr Übung (oder eine etwas ruhigere See und besseres Wetter). Durch den heftigen Wellengang sprang der Autofokus immer wieder auf die Welle vor dem Wal und einen Grossteil meiner Bilder musste ich deswegen weinend in den Papierkorb bewegen. Mit Sorge blickte ich auch immer wieder auf meinen F-Stop-Rucksack, da der immer nässer und nässer wurde. Aber als ich schließlich die Kamera herausholte, war innen alles staubtrocken. Im Nachhinein gefiel mir der erste Tag besser, da ich mehr gesehen hatte. Es war eigentlich immer so, das wir rechts vom Boot die Orcas gesehen hatten, ins Wasser gingen und bis wir im Wasser waren, waren die Orcas links vom Boot. Und mit den Trockenanzügen ist man auch nicht sonderlich beweglich, sondern treibt eigentlich nur an der Wasseroberfläche. Flossen wären hier nicht schlecht! Aber man hat auch nicht gefroren! Nachdem ich meinen Orca gesehen hatte, und auch kein weiterer mehr in Sicht kam, machte ich mir den Spass die Heringe etwas zu ärgern. Ich richtete mich aufrecht im Wasser auf und trat mit den Füssen nach den Heringen. Nicht, daß ich auch nur die Chance hätte, einen zu treffen, aber es war cool anzusehen, wie sich im Schwarm eine Öffnung auftat und die Heringe einen grossen Bogen um mich machten…

Das besondere Abschluss Highlight war unser Abendessen: Die Orcas schlugen ja die Heringe K.O. und so blieb es nicht aus, dass es zu Kollateralschäden kam. So trieben 3 an unserem Boot vorbei und unser Guide fragte im Spass, ob wir sie haben wollen… Tja und so landeten sie bei uns in der Pfanne! Dem einen wurde zwar der Kopf abgebissen, aber wer kann schon sagen, er hatte Hering killed by Orca in der Pfanne! Waren echt lecker, mein Kompliment an die Chefköche!!!

 

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